COMMUNITY HUB

renderng UNHEILBAR ARCHITEKTUR

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COMMUNITY HUB
2013

Diese Arbeit entstand im Zuge der Diplomarbeit an der TU Wien mit Unterstützung unter anderem des Instituts für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien.

+ diplom

+ auszug aus der arbeit

 

 

COMMUNITY HUB
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Neuverhandlung der Rahmenbedingungen von Megastädten mittels interdisziplinärer Architekturintervention

„Überraschenderweise sind es jedoch nur wenige Politiker, Investoren oder Stadtplaner, denen es gelungen ist, die phänomenologische Ebene dieser Diskussion hinter sich zu lassen, um dazu überzugehen endlich zu handeln.

Das nicht enden wollende Wachstum von Megacities erzeugt heute Rahmenbedingungen, welche die Bewohner von Marginalsiedlungen am härtesten trifft. Dieses erschwert das Kommunikationszusammenspiel der einzelnen Verwaltungsinstanzen zusehends. Damit wird die Steuer- und Regulierbarkeit der Städte und deren Bevölkerung immer schwerer. Mit der Folge, dass immer mehr Prozesse innerhalb des städtischen Geschehens informell und eigeninitiativ ablaufen. Das Stagnieren dieser Steuerungsprozesse führt im weitesten Sinne zu den bekannten Problemstellungen von Marginalsiedlungen. Fehlende Infrastruktur sowie fehlende Deckung grundlegender Bedürfnisse (Hygiene, Elektrizität, Trinkwasser) seitens der Stadtverwaltung verhindern eine positive Entwicklung der Stadt und der jeweiligen Siedlungsgebiete. Die oben beschriebene teils mangelnde Kommunikation zwischen formellen und informellen Stadtentscheidungsträgern verursacht erschwerend ein Entscheidungsvakuum, welches das Einleiten notwendiger Schritte zur Behebung der oben angeführten Probleme immer schwieriger gestaltet.

Ziel des Projekts war es, innerhalb des Kompetenzbereiches eines Architekten eineadäquate Reaktion auf diese Herausforderungen der hygienischen Bedingungen und der Vermittlung innerhalb der Stadtentscheidungsträger und unterrepräsentierter Gruppen vor Ort zu entwickeln.

Das Projekt Community Hub befasst sich deshalb mit der Stadtentwicklung strukturarmer Gebiete von Entwicklungsländern und deren Megastädten, am Fallbeispiel der Slumcommunity „Ajegunle“ Lagos, Nigeria. Es thematisiert das weltweite Phänomen von Marginalsiedlungen und die verstärkte Tendenz der ansässigen Bevölkerung sich zu organisieren. Die Idee ist es, eine Plattform zu erschaffen, welche diese Eigeninitiative der Slumgemeinschaften unterstützt und ihnen den adäquaten Raum gibt, in welchem sie ihre eigene milieunahe „kommunalpolitische“ Interessensvertretung und Kommunikationsschnittstelle zwischen Bevölkerung und Stadtobrigkeit aufbauen können.

Diese Idee formuliert sich städtebaulich in einer polyzentrisch organisierten, flächendeckend verteilten hybriden Typologie, genannt Community Hubs, aus. Diese wurde ausschließlich entwickelt, um einen positiven Einfluss auf die sozio-ökonomische Entwicklung der Bevölkerung vor Ort und somit auch der Stadtentwicklung zu erzeugen.

Lagos wird als Planungsgebiet gewählt, da es ein prominentes Beispiel ist, bei dem alle oben genannten Problemfaktoren ineinandergreifen: 2020 soll die Megastadt Lagos die drittgrößte Stadt der Welt sein. Bis 2009 wies sie mit 4,96% die schnellste Wachstumsrate weltweit auf.

Der dynamische Zuwachs der Megastadt hat zur Folge, dass der metropolitane Großraum unbeschreibliche und bereits länderübergreifende Dimensionen angenommen hat. Die voranschreitenden Sub- und Reurbanisierung der Zwischenstadt und der Kernstadt scheint unaufhaltsam und lässt sich dementsprechend nur schwer durch eine übergeordnete Planung der Stadtverwaltung in den Griff bekommen. Durch das rapide Wachstum konnten die infrastrukturellen Vorkehrungen den Migrationsströmen nicht standhalten. So leben in Lagos bis zu Zweidrittel der Bevölkerung in Marginalsiedlungsgebieten mit teils fehlender Infrastruktur. Dementsprechend reagiert das Projekt auf die schwierigen Bedingungen fehlender Infrastruktur vor Ort. Durch interdisziplinäre Betrachtung der Problemstellungen gelingt es, die Not zur Tugend zu machen. Auf Basis einer Biogasanlage, betrieben durch menschliches Exkrement und organische Abfälle, werden energieautarke Zentren ausgebildet.

Durch diese Aufwertung der sozialen und hygienischen Rahmenbedingungen vor Ort soll langfristig eine positive Entwicklung der Slumgemeinschaft begünstig werden.

Wie mahnende Beispiele am Reißbrett entstandener Planhauptstädte bereits zeigen, sollten übergeordnet entwickelte Maßnahmen immerzu Spielraum für kontextbezogene Entscheidungen bieten. Durch punktuelle Interventionen verortet sich das Projekt auf der Ebene eines Stadtquartiers. Jens Dangschat spricht von diesem städtischen Teilgebiet als „eigentliche Bühne“, auf welcher sich der Prozess des sozialen Wandels und der Veränderungen von Lebensstilen und Milieus abzeichnet. Auf dieser soll durch lokales „projektorientiertes“ Handeln gezielt versucht werden, Einfluss auf die vorherrschende Situation zu nehmen. Das Projekt bietet ein bauliches Mindestmaß, welches durch seine flexible Struktur eine Adaptierung des (im jeweiligen Kontext erforderlichen) Raumprogramms ermöglicht.

Den Abschluss der Arbeit bildete der Entwurf eines exemplarischen Hubs, welcher das grundsätzliche Potential einer solchen Anlage aufzeigen soll und der tieferen Definierung baulicher Kriterien diente. Diese Projektdetails stellen in weiterer Folge essentielle Einflusspunkte für den Maßstab und die Gestalt des Projektes dar.

english
sorry we’re currently updating our webcontent, until then please enjoy the short summary:

The Project proposes the idea, design and calculation of a network of slum community based hybrid prototypes of a biogas digester building-typology in the context of the slum community “Ajegunle” in Lagos, Nigeria. The project offers one solution to cope with slum based problems like political representation, housing space, vulnerability, lack of sanitation and electricity. It presents a self organized interface between formal and informal population called “community hub”.


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AJEGUNLE
Es ist mit einer Bölverkungsdichte von etwa 60.000 Einwohnern/km² (Zensus2006) das am dichtesten besiedelte der 20 Local Government Areas von Lagos:Aktuelle Schätzungen gehen eher von einer Dichte über 100.000 EW/km² aus.

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BASSENA GEDANKE – ERZEUGUNG EINES MILIEUS
Die Idee ist es, eine Plattform zu erschaffen, welche die Eigeninitiative der
Slumgemeinschaften unterstützt und ihnen den adäquaten Raum gibt,
in welchem sie ihre eigene milieunahe „kommunalpolitische“ Interessensvertretung
und Kommunikationsschnittstelle zwischen Bevölkerung und Stadtobrigkeit aufbauen können.

Durch lokales „projektorientiertes“ Handeln soll ein Dialog zwischen übergeordneten
städtischen Verwaltungsinstanzen bis hin zu Einzelschicksalen hergestellt werden,
um gezielt Einfluss auf vorherrschende Situationen nehmen zu können.

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KLEINSTWOHNEINHEITEN
stellt mindestwohnraum für die bedürftigsten ohne sozialen background zur verfügung.

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POLYZENTRALE HYGIENE UND ENERGIEEINHEIT REAGIERT AUF GROSSSTÄDTISCHE HERAUSFORDERUNGEN
Grundversorgungselemente, wie elektrische Energie, Wärme-Energie und die Aufbereitung von Trink- und Duschwasser sollen für den bedürftigsten Teil der Bevölkerung und die lokale Umgebung annähernd CO2-neutral durch ein autarkes Biogas Blockheizkraftwerk-Energiesystem, betrieben durch menschliches Exkrement und organische Abfälle, zur Verfügung gestellt werden.
Gespeist durch flächig verteilte sanitäre Einrichtungen, können so gleichzeitig verheerende hygienische Bedingungen vor Ort verbessert werden.

 

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